Hinweis

Auf dieser Seite findest du wissenschaftlich belegte Erkenntnisse zum Effekt von gefiltertem Duschwasser. Außerdem decken wir einige leider manchmal beworbene Mythen auf. Weiter unten findest du ein Verzeichnis der hier genannten Quellen.

Fokus Haar: Struktur, Farbe und Glanz

Hartes Wasser macht Haare spröde und brüchig

In Vergleichsstudien zwischen weichem und hartem Wasser wurde festgestellt, dass Haare, die hartem Wasser ausgesetzt waren, eine geringere Zugfestigkeit aufweisen. Die Mineralablagerungen können zu einer erhöhten Steifigkeit führen, was das Haar anfälliger für mechanischen Bruch macht (Srinivasan et al., 2013).

Chlor kann die Pigmentierung gefärbter Haare angreifen

Chlor, das oft zur Desinfektion eingesetzt wird, wirkt als Oxidationsmittel. Es kann die Pigmentierung von coloriertem Haar angreifen und zu unerwünschten Farbveränderungen (z. B. einem Grünstich bei hellem Haar durch Kupferionen) führen (Evans et al., 2021).

Gesunde Kopfhaut und Talgregulation

Die Ansammlung von Mineralien (Build-up) kann die Poren der Kopfhaut verstopfen und zu Juckreiz oder Schuppenbildung beitragen, da die natürliche Talgregulation gestört wird (Gomes et al., 2017).

Fokus Haut: Barrierefunktion und Reizpotenziale

Interaktion mit Tensiden (Reinigungsmitteln)

Hartes Wasser enthält hohe Konzentrationen an Calcium- und Magnesiumionen. Diese reagieren mit Seifen und Tensiden zu sogenannten „Kalkseifen“. Diese Rückstände lassen sich schwerer abspülen und können die Hautoberfläche irritieren (Arkwright et al., 2020).

Einfluss auf den pH-Wert

Studien zeigen, dass das Waschen mit hartem Wasser den pH-Wert der Hautoberfläche kurzzeitig anheben kann. Eine gestörte pH-Balance wird mit einer Schwächung der Hautbarriere und erhöhter Trockenheit assoziiert (Danby et al., 2018).

Prävention bei atopischer Veranlagung

Es gibt Hinweise darauf, dass eine frühe Exposition gegenüber hartem Wasser das Risiko für die Entwicklung von atopischen Ekzemen bei Säuglingen erhöhen kann. Eine Reduktion der Kalkbelastung wird daher als präventiver Ansatz diskutiert (Perkin et al., 2016).

Filtration von Chlor und Schwermetallen

Chlornebenprodukte

Beim Duschen entstehen durch warmes Wasser Chlordämpfe. Die Inhalation von Trihalomethanen kann die Atemwege sensibler Personen reizen. Aktivkohlefilter sind in der Lage, diese flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) signifikant zu reduzieren (Xu und Weisel, 2003).

Schwermetalle aus Rohrleitungen

In älteren Gebäuden können Blei oder Kupfer aus den Hausleitungen ins Duschwasser gelangen. KDF-Filtermedien nutzen elektrochemische Oxidation/Reduktion, um diese Metalle im Filtermedium zu binden und so die Belastung für Haut und Haar zu senken (Kim et al., 2015).

Mythen

"Filter heilen Hautkrankheiten wie Neurodermitis."

Falsch. Duschfilter sind keine Medizinprodukte. Sie können jedoch irritierende Faktoren (Chlor, Kalk) reduzieren, was die Basispflege unterstützt und Symptome lindern kann. Eine Heilung ist rechtlich und medizinisch nicht versprechbar.

"Filter entfernen 100% aller Bakterien."

Bedingt. Während einige Filtermedien das Bakterienwachstum hemmen (bakteriostatisch wirken), ersetzen sie keine sterile Aufbereitung. In Deutschland ist das Leitungswasser mikrobiologisch jedoch ohnehin sehr sicher.

"Der Filter hält ewig"

Falsch. Filtermedien sind Verbrauchsmaterialien. Sobald die Bindungskapazität (z.B. der Aktivkohle) erschöpft ist, lässt die Wirkung nach. Ein regelmäßiger Wechsel (meist alle 6 Monate) ist für die Hygiene und Effektivität essenziell.

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Quellenverzeichnis